DOK LEIPZIG
INTERNATIONALES LEIPZIGER FESTIVAL FÜR DOKUMENTAR– UND ANIMATIONSFILM
DOK Leipzig Film Festival

Pekka – Inside the Mind of a School Shooter


Pekka – Inside the Mind of a School Shooter




KATALOGTEXT
„Humanity is overrated“ – eine von vielen hasserfüllten Botschaften, die der 18-jährige Pekka im Internet veröffentlicht und die keiner ernst nimmt. Einmal filmt er einfach kommentarlos seine Schule, wie einen Tatort. Dann sieht man ihn mit einem Revolver auf einen Apfel schießen. Am Tag darauf tötet er mehrere seiner Mitschüler, die Schuldirektorin und sich selbst.

„Pekka“ rekonstruiert den Amoklauf im finnischen Jokela, einem beschaulichen und familienfreundlichen Vorort von Helsinki, im Jahr 2007. Der zeitliche Abstand ist groß genug, um Lehrer, Klassenkamerad/innen, die Mitarbeiter des Waffenladens, aber auch Pekkas Eltern erneut zu befragen und ihre einschätzenden Aussagen zu einem Gesamtbild zu montieren. Nüchtern dringt der Film in die Welt des Täters vor. Ein unauffälliger, sensibler Junge, der keine Freunde hat und von seinen Eltern wohl behütet wird. Und doch zeigt sich, dass er überall Spuren hinterließ, die auf seine spätere Tat verweisen.

Mit dem Täterprofil allein begnügt sich der Film aber keineswegs. In langsamen Fahrten, die nicht zufällig an Gus Van Sants Spielfilm „Elephant“ erinnern, erschließt er sich auch optisch das Terrain. Er richtet die Aufmerksamkeit auf die Interieurs der Wohnungen und zeigt die Anordnung von Taschen im staubfreien Regal ebenso wie die Käfer an den Baumrinden in den gepflegten Grünflächen. So entfaltet er den Mikrokosmos eines durch Homogenität geprägten Ortes, an dem nach der Tat die Reflexion des Falls schnell abgewürgt wurde.

Lars Meyer
Credits
Originaltitel: Pekka – Inside the Mind of a School Shooter
Land: Niederlande
Jahr: 2014
Sprache: englisch, finnisch
Untertitel: englisch
Laufzeit: 85 min.
Format: DCP
Farbe: Colour
Regie: Alexander Oey
Produktion: Femke Wolting, Bruno Felix
Kamera: Jackó van 't Hof
Schnitt: Chris van Oers
Musik: Alexander Oey
Ton: Rasmus Bruun
Buch: Alexander Oey

Die Annotationen zu den Filmen der Offiziellen Auswahl wurden von den Mitgliedern der Auswahlkommission sowie Gastautorinnen und -autoren geschrieben. Alle Zitate aus den Katalogtexten zu DOK Leipzig 2018 müssen als solche gekennzeichnet werden. Der Name der Autorin bzw. des Autors muss dabei angegeben werden. Alle anderen nicht namentlich gekennzeichneten Beiträge sind Produktionsmitteilungen.